Tja, was soll man dazu noch sagen? Ist die Ära von Wanderlei Silva nach nun 4 Niederlagen in den letzten 5 Kämpfen (inklusive dreier übler Knockouts) zu Ende? Gerüchteweise wird er versuchen, eine Gewichtsklasse abzusteigen und vom Light Heavyweight (bis 93 kg), wo er eher zu den kleineren Kämpfern zählte, zum Middleweight (bis 84 kg) zu gehen.
Rampage hingegen ist mit diesem überzeugenden Sieg wieder direkt zum Titel-Aspiranten aufgestiegen und wird wohl als nächstes gegen den frisch gebackenen Champion Sugar Rashad Evans antreten.
Ich werde auch dieses mal wieder einen aktuellen, morgen stattfindenden Kampf nutzen, um euch 2 Kämpfer vorzustellen: Mauricio “Shogun” Rua und Mark “The Hammer” Coleman.
Bei PRIDE 32 trafen die beiden bereits aufeinander, was damit endete, dass bei einem Takedown von Coleman sich Shogun, als er vesuchte den Sturz zu bremsen, den Arm brach. Daraufhin gab es auch einen kleinen Tumult im Ring, bei dem Coleman Wanderlei Silva (der damals im gleichen Team war wie Shogun) auf den Hals trat, so dass es seitdem eine gewisse Rivalität zwischen diesen Lagern gab. Von vielen wurde Colemans Sieg auch als “Fluke” abgetan, und nun ist also die Chance für beide da, sich für die Niederlage zu revanchieren bzw. zu zeigen, dass der Sieg nicht nur Zufall war.
Ohne weitere Umschweife hier nun ein sehr schönes Highlight, das Shogun in Aktion zeigt:
Wie man sieht ist Shogun ein sehr dynamischer, vielseitiger Muay-Thai-Kämpfer, mit einem exzellenten Standup (also seine Fähigkeiten im stehenden Kampf). Was ihn vor allem auch immer auszeichnete, waren seine explosiven Stomps über die Beine des liegenden Gegners hinweg, wie man sie z.B. bei 2:29 und 4:51 sehen kann. Auch die guten alten Soccer Kicks (2:44) setzte er effektiv ein. Beides wird man im kommenden Kampf allerdings leider nicht zu sehen bekommen, da dies in der UFC nicht erlaubt ist.
Shogun zählte lange Zeit durchaus als Bester Light Heavyweight Kämpfer überhaupt gehandelt, mit überzeugenden Siegen über Alistair Overeem, Kevin Randleman, Rampage Jackson oder Rogerio Nogueira (einer der besten Kämpfe überhaupt, gegen den kleineren Bruder von Minotauro Nogueira). Sein UFC-Debüt gegen den späteren Champion Forrest Griffin ging allerdings mächtig in die Hose, und durch eine längere Kampfpause von über einem Jahr werden Coleman durchaus Chancen eingeräumt, was bei dem letzten Kampf eher weniger der Fall war.

Coleman ist einer der Pioniere des Sports. The Hammer hatte sein Debüt 1996 bei UFC 10, das er im Finale (damals waren die Events als 8-Mann-Turniere angelegt, so dass der Sieger also 3 Kämpfe an einem Abend hatte) gegen Don “The Predator” Frye gewinnen konnte, und zeigte der MMA-Welt, genau wie auch Mark Kerr, dass ein guter Ringer den Gegner absolut dominieren kann. Er war im Prinzip der Erfinder des Ground’n'Pound (von Kerr gegen Varelans schön demonstriert) und sein größter Triumph dürfte 2000 der Sieg des PRIDE Grand Prix gewesen sein.
Von vielen wird er allerdings mittlerweile als zu alt (44 Jahre) und unflexibel was neuere Kampftechniken angeht angesehen. Dies sieht man auch in seinem letzten Kampf gegen Fedor Emelianenko, wo er praktisch den ganze Kampf lang versucht, Fedor zu Boden zu bringen, und als es dann soweit ist, wird er von einem brillianten Armbar erwischt. Man fühlt sich bei dem Kampf fast ein wenig an Rocky 4 erinnert (nur anders rum), als die Menge in Las Vegas Fedor-Chöre für den Russen anstimmt.
Ob es eine gute Idee ist, nach einem Kampf gegen Fedor seine beiden Töchter in den Ring zu holen, muss jeder für sich selbst entscheiden. Coleman sagt: Ja!

Zu seiner Verteidigung für diese Niederlage muss man allerdings einräumen, dass Fedor “The Last Emperor” Emelianenko der beste Kämpfer aller Zeiten ist. Und als solcher wird er dann nächste Woche ausführlich gewürdigt werden!


2 Comments
Soeben habe ich mir den Kampf angeschaut. Mein Gott, war das schlecht! Von beiden Kämpfern eine Vorstellung, die man als peinlich bezeichnen muss.
Coleman war fast schon durch den Weg von der Kabine zum Ring, äh, Octagon ein wenig außer Atem, und zum Ende der ersten Runde hin war er einfach völlig platt und allein aufgrund mangelnder Kondition praktisch stehend KO. Bei Coleman wusste man ja aber, dass er den Gipfel seiner Leistungsfähigkeit schon länger hinter sich gelassen hat, was Shogun hier aber im Vergleich zu früheren Leistungen gezeigt hat, war echt eine Frechheit. Spätestens Mitte der zweiten Runde war auch beim ihm konditionell die Luft komplett raus. So war er nicht im Ansatz dazu in der Lage, einen fast verteidigungsunfähigen Coleman ernsthaft zu gefährden. In der dritten und letzten Runde konnte Coleman sogar teilweise die Oberhand gewinnen, bevor der Ringrichter 30 Sekunden vor Schluss die Zuschauer erlöste und den Kampf abbrach, nachdem Coleman von einigen Treffern zu Boden geschickt wurde.
Trotz des Sieges eine desaströse Vorstellung von Shogun, der in dieser Form kaum eine Chance in der starken Light Heavyweight Division der UFC haben dürfte.
Falls sich jemand den Kampf trotzdem geben will (einen gewissen Unterhaltungswert hat er schon): http://mma-core.com/videos/_Mauricio_Shogun_Rua_vs__Mark_Coleman_II_UFC_93?vid=10002879&tid=100
Guter Artikel! Hab mir den Kampf Hoe-gun gegen Hammer noch angeschaut. Warum machen die nix – waren die nach den ersten Take-Downs schon so platt oder wie? Fazit: Ich bleib lieber bei deinen Artikeln!
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